Schönes Wetter

Seit ein paar Tagen herrscht wunderbares Wetter und es in der Nacht ziemlich kalt. So hat es in den höchstgelegenen Communidades Eis gehabt am Morgen. Man muss sich vorstellen, dass die Leute hier keine Heizungen haben.

Leider, so scheint es, ist die Schönwetterperiode schon vorbei. Heute morgen war es zwar bedeckt und man hatte herrliche (Fern-)Sicht. Leider hat es dann an Mittag sehr schnell geändert und wieder zu regnen begonnen. Hier in Simiátug zwar nur leicht, aber in der Umgebung teilweise erheblich.

Soweit die Kurzmeldung zur Wettersituation – bis bald.

Ich habe eine Spendenseite eingerichtet

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mehr als nur der Februar

Es ist an der Zeit mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Unser letzter Bericht ist schon ziemlich lange her. Zum einen sind wir sehr beschäftigt, unser Tag beginnt meistens um halb sieben. Arbeit hat es weiss Gott genug und die Zeit eilt nur so dahin. Zum andern war es mir in letzter Zeit zu kalt, lange am Computer zu sitzen. Eddy ist oft unterwegs und kommt manchmal erst spät abends nach Hause. Er fährt mit Material in die verschiedenen Dörfchen, die einen neuen Kindergarten bekommen oder in die Städte um Material zu besorgen, was hier nicht so einfach ist. Manchmal braucht man Tage um eine bestimmte Sache aufzustöbern, auch die Leute von hier.

Zudem habe ich noch eine neue Aufgabe bekommen, der Voluntär, der im Pfarrhaus war und beim Unterrichten half, musste leider nach Hause, weil seine Eltern erkrankt waren. So hat der Padre kurzerhand mir das Religionsbüchlein in die Finger gedrückt. Den Sonntag Nachmittag verbringe ich nun meistens mit Vorbereiten, was fürs Spanisch lernen von Vorteil ist. Ich war recht erstaunt, wie wenig von den Kinder zu erwarten ist mit meiner Unterrichtsweise, aber inzwischen geht es schon ein bisschen besser. Ich versuche die Stunden möglichst abwechslungsreich zu gestalten, der Lehrer setzt sich jeweils auch in den Kreis zu den Kindern und macht mit und wenn ich mal ein Wort nicht finde, hilft er mir.
Das Niveau in den Schulen ist nicht so hoch und besteht wahrscheinlich vor allem aus Frontalunterricht, es fehlt einfach auch an Material.

Dann war ich auch noch ziemlich krank, so dass wir nach Quito zum Arzt fuhren. Der hat dann eine Nierenbeckenentzündung auf der rechten Seite diagnostiziert. So habe ich dann 10 Tage in Quito verbracht, wo es ein bisschen wärmer war. Hier in Simiatug war jetzt im Februar wirklich scheussliches Wetter mit viel Regen und Kälte. Es ist aber unglaublich, wie die Sonne auch hier zu wärmen vermag. Die schlammigen Strassen sind innert einem halben Tag trocken, wenn die Sonne scheint. Scheint die Sonne aber wochenlang gar nicht, hat es viele kleine Seen und viel Schlamm und man schwimmt fast in den Strassen und die sind ja dann von 3000 auf 4000 Höhenmetern nicht gerade topfeben. Und die Häuser sind dann einfach auch noch kälter, als sie es nachts ohnehin schon sind, in dieser kalten Zeit eher unter 10 Grad.

Eddy und Rodrigo hatten in dieser nassen Zeit Glück beim Liefern von Material, sie kamen an einen Erdrutsch von 30m Breite und 3-4m Höhe, der sich noch leicht bewegte. Das war in der gleichen Strasse, wo der Chauffeur vom Camion so seine Probleme hatte. Wie ihr seht, leben wir hier nicht ganz ungefährlich. Da kann man dann sagen, „La ga, wie Gott will!

Die letzte Woche vom 20. bis zum 26. Februar durften wir die Salesianer- Padres nach Crucita ans Meer begleiten (10h Fahrzeit). Die haben dort ein grosses Haus, das für Exerzitien dient. Crucita ist ein Fischerdorf in der Nähe von Manta mit 7000-8000 Einwohnern und mit wenig Tourismus. Wir waren ganz nahe am Meer und konnten den Fischern zusehen und das Meer geniessen und dreimal am Tag frischen Fisch geniessen, zum Frühstück, zum Mittag und am Abend. Die Bucht ist wunderschön und wir konnten die Gezeiten beobachten und in die meterhohen Wellen springen, das Wasser ist auch morgens um 6 Uhr richtig warm. Das war so richtig zum Erholen! Genau in dieser Woche hat das Wetter hier in Simiatug umgeschlagen und die Sonne hat die Strassen getrocknet, was zur Folge hat, dass es jetzt wieder mehr Schlaglöcher hat. Wir sind froh, dass es hier wieder ein bisschen mehr Sonne hat.

Nun noch zu den Kindergärten: Für einen ist noch kein Geld vorhanden und wir haben uns gedacht, dass unsere Familien und unsere Freunde doch sicher ein paar Franken locker machen könnten. Die Kosten werden so an die 5000-6000 Franken betragen. Eddy hat bereits ein Konto eröffnet, da unsere Töchter auch schon am Sammeln sind. Was fehlt würden wir dann ergänzen. Wir bedanken uns jetzt schon ganz herzlich für eure Grosszügigkeit und grüssen alle von Herzen.

Es hat übrigens einen neuen Button links (Spenden)

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Leben noch

AE – Wir leben noch, haben aber mit den Tücken des Landes zu tun. Vreny, die eigentlich die Berichte schreibt war etwas krank, ist aber auf dem Weg der Besserung. Der ausführlichere Bericht wird ca. Ende Woche erscheinen.

wie bei uns der Adler - wirklich schöne Tiere

Meist ist das Wetter schlechter, als es der Hintergrund auf dem Bild vermuten lässt.

Neustes Video – Übernachtung am Geburtstag

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Woche 2 im Jahre 2010

AV – Sonntag, 9. Januar 2011

An diesem Wochenende hat es hier sehr viele Leute aus Quito, die hier eine Schulung durchführen. Auch hat Simitag-Samai eine lange Versammlung, an der auch wir teilweise mitmachen. Alle Arbeitsbereiche, wie Fleischverarbeitung, Hostal, Stickerei, Sisalverarbeitung, Näherei, Bäckerei, Kräuter-Trocknerei, Kompostverarbeitung usw. präsentierten ihre Strategien für das kommende Jahr.

Die folgende Woche ist sehr arbeitsintensiv. Eddy begleitet wieder Rodrigo nach Cabaña um dort Material zu transportieren. Sie kommen dann am Abend recht spät nach Hause und Eddy berichtet, dass sie heute grosses Glück hatten. Der Lastwagen, der den Sand bringen sollte, den Rodrigo und Eddy mit der Camionette ins Dorf fahren sollten, wollte möglichst weit fahren und ist dann in der glitschigen Erde abgerutscht und um ein Haar, 150 m in die Tiefe gestürzt. Gott sei Dank blieb er auf der Achse hangen und sie hatten viel Arbeit ihn zu sichern und wieder auf die Strasse zu ziehen.

Danach macht nun Eddy zwei Tage die Transporte, weil Rodrigo noch viel anderes zu erledigen hat und für Materialbesorgungen immer weit fahren muss. Padre Sandro ist sehr glücklich, dass Eddy sich so nützlich machen kann und dass wieder ein Haus entsteht für seine kleinen Lieblinge.

Am Samstag will er selber mit mir zusammen Eddy begleiten, um mir alles zu zeigen. Das Wetter ist wunderbar und wir können die Landschaft so richtig geniessen, denn in dieser Gegend hat es sehr oft Nebel. Zum Glück hat die Sonne die Strasse recht gut getrocknet, so ist es auch weniger gefährlich. Er zeigt mir dann auch den alten Kindergarten – welch trauriges Bild. Erdboden und kein einziges Fenster.

Diese Woche haben wir aus Quito ein E-Mail bekommen von der Frau, die uns und den Padre Arnold dort immer empfängt und unsere Rundreise organisiert, wie Reservationen von Hotels, Flüge buchen, Koffer abholen, wann wir wo abgeholt werden sollen, usw. Sie berichtet uns, dass sie von Simiatug nur Gutes von uns gehört hat und dass unsere Arbeit hier sehr geschätzt wird. Das ist doch schon etwas, oder?

Diese Woche war auch sonst ein bisschen speziell. Irgend etwas fehlte jeden Tag, manchmal auch mehr. Oft hatten wir kein Licht, keine Eliktrizität, kein Internet, dann wieder halbe Tage lang kein Wasser oder kein Gas mehr. Etwas fehlte wirklich immer. Aber wir können nur hoffen, dass es besser wird, denn am elektrischen wird gearbeitet.

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Das neue Jahr beginnt

AV – Sonntag, 2. Januar 2011

Dieser Tag beginnt nicht so vielversprechend! Eddy will das Auto aus der Garage holen, das gibt jedoch keinen Ton von sich. Wir versuchen es mit anfahren, mit stossen, nichts! So bleibt uns nichts anderes übrig, als Rodrigo vom Restaurant zu holen und das Auto zu überbrücken. Auch haben zwei Pneus zu wenig Luft, Rodrigo erklärt uns, wo wir aufpumpen können, jedoch nicht wie viel das kosten könnte, so verlangt man uns das doppelte. Wir sind jedoch froh, dass wir endlich losfahren können.

Wir fahren bis auf 4200m Höhe auf den Pass hinauf, und dann wieder hinunter, die Strasse ist viel schlechter als auf Furggen, mit vielen Schlaglöchern und grossen Wasserlachen, jedoch etwas breiter. Eine gute Stunde Naturstrasse und eine Stunde asphaltiert.

In Ambato (250000 Einw.) finden wir nach mehrmaligem Fragen bald einmal das grosse Einkaufszentrum. Die Distanzen werden immer in Quadros angegeben, d.h. Ein Quadro ist immer von einer Seitenstrasse zur andern. Das Einkaufen ist sehr anstrengend, da wir alles suchen müssen und natürlich sind die Verpackungen ganz anders. Was uns jedoch bekannt vorkommt ist Toni-Joghurt, Nestle-Produkte und Maggi-Gewürze.

Nachdem wir mit viel Mühe unseren Einkaufswagen vollgestopft haben, natürlich auch mit einigen Flaschen Wein, den Eddy schon sehr vermisste, die Überraschung an der Kasse: „Am Sonntag dürfen wir leider keinen Wein verkaufen, Vorschrift der Regierung.“

So weit, so gut. An der Kasse hat man hier einen Gehilfen, der alles einpackt und den Einkaufswagen zum Auto fährt, sehr vornehm. Eddy öffnet das Auto, steckt den Schlüssel und will uns hinten beim Einladen helfen und merkt nicht, dass seine Türe zufällt. Der Gehilfe hat alles verstaut und schliesst die Türe und in dem Moment macht es klick und das Auto ist verschlossen. Leider haben wir nur den einen Schlüssel. Wir sind erstaunt, wie viele Leute herkommen und uns helfen wollen. Einer fährt sogar nach Hause um einen plastifizierten Draht zu holen und schafft es dann auch den Knopf der Autotüre hoch zuziehen. So verlieren wir mindestens eine Stunde und haben dann auf dem Pass schon dunkel mit viel Nebel. Die Fahrt ist recht anstrengend und wir sind heilfroh gesund in Simiatug einzutreffen.

Die Woche ist bald erzählt, am Vormittag bin ich im Pfarrhaus mit Putzen und kochen beschäftigt, am Nachmittag im Hostal. Es gibt viel Arbeit, die d’Meigini“, wie Eddy sagt, nicht sehen oder sie auch nicht stört. Kunststück, wenn man weiss in welcher Armut und in welchem Dreck sie aufgewachsen sind. D’Meigini deshalb, weil sie so ca. 140cm gross sind und eine Schuhgrösse von 34 haben. Sie sind aber dankbar für Anregungen und für Neues. Im Pfarrhaus haben wir schon Erdbeerkonfitüre gemacht und Lida, z’Meigi im Pfarrhaus, fand das super. Das kann hier scheinbar niemand, und sie gehen mit der gekauften Marmelade sehr sparsam um, einen Kaffeelöffel pro Frühstück Continental.

Normalerweise gibt es hier zum Frühstück schon weissen Reis, ebenfalls zum Mittag und zum Abendessen. Weisser trockener Reis gibt es fast zu jeder Mahlzeit und in den Städten gibt es dafür spezielle Töpfe zum Reiskochen.

Wir haben uns nun schon ein wenig zurecht gefunden und wissen, wo wir was kaufen können und wann wir selber kochen können usw.

Eddy hat diese Woche ziemlich am Computer gearbeitet und soll sich mit der Verdunkelung der Dachfenster im Computerraum auseinandersetzen. Aus diesem Grund fahren wir am Freitag noch einmal nach Ambato, wo uns Dr. Luis Velasco, der Chef der Caritas eine Sekretärin zur Verfügung stellt, die mit uns verschiedene Geschäfte aufsucht, um dieses Material zu finden.

Die Zeit vergeht sehr schnell, da es nicht an Arbeit mangelt. An die Temperatur haben wir uns jetzt schon ziemlich gewöhnt, nachts haben wir schon weniger kalt und tagsüber muss man sich einfach regen. Wenn die Sonne scheint, ist es recht warm, was jedoch meist nur morgens der Fall ist. Am Nachmittag kommt der Nebel und meist ein bisschen Regen.

Was noch Wichtiges zu erwähnen ist: Das Dreikönigsfest. Das dauerte zwei ganze Tage, von überall kamen diese Könige hoch zu Ross daher. Am ersten Tag gab es einen grossen Umzug durch das Dorf und am zweiten Tag fand auf dem Dorfplatz eine Messe statt, anschliessend besuchten die Könige die verschiedenen Dorfteile und kehrten dann so gegen zwei Uhr wieder auf den Dorfplatz zurück, um dort mit viel Geschrei und Masettenschlägen Herodes vom Thron zu stürzen. Da hatte es wirklich viele Leute. Und das Fest dauerte nicht nur zwei Tage, sondern auch fast zwei Nächte, haben die eine Ausdauer, wir waren nur schon vom Hören müde; weil das eben auch nachts sehr laut zu und hergeht.

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Erste Woche in Simíatug

AV – Sonntag 26.Dez.2010

Heute ist hier ein grosses Kinderfest. Die Leute kommen von weit her. Es beginnt um 10.00 Uhr und dauert bis 15.00 Uhr. Spiele, Wettbewerbe, Musik und allerlei Nützliches zu gewinnen. Zu guter Letzt bekommt jede Gemeinde noch einen grossen Sack mit Süssigkeiten, die von einem Arzt aus Quito gespendet wurden.

Montag, Dienstag: Wir versuchen uns zurecht zu finden. Wo können wir was einkaufen, wann müssen wir selber kochen, wann ist die Küche im Restaurant besetzt, usw… Alles müssen wir abtasten und fragen – gar nicht so einfach – wenn man nicht so recht weiss, wer zuständig ist.

Jedoch sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. In den kleinen Geschäften aber müssen wir aufpassen, dass wir nicht ausgenutzt werden, den Gringos verlangt man höhere Preise. Inzwischen wissen jedoch schon recht viele, dass wir hier sind, um zu helfen und dass wir nicht bloss Touristen sind. Schon am ersten Sonntag hat der Priester, der sich jeden Tag für unseren Einsatz hier in Simiatug bedankt, in der Predigt erwähnt, dass es Menschen gibt, die hierher kommen um zu helfen, und dafür sogar spanisch lernen.

Am Dienstag gibt es schon wieder ein grosses Fest, ein grosses Kinder-Tanzfestival. Wir staunen, wie gut und mit wie viel Ausdauer und Fantasie die Darbietungen vorgetragen werden.

Eddy arbeitet nun schon drei, vier Tage im Computerraum, der von einem jungen Burschen geleitet wird, der sich über Fernstudien weiterbildet. Der hätte gerne Informatik studiert, konnte dies aber nicht, da man seinem älteren Bruder schon ein Studium finanziert hat. Eddy soll nun die Webseite von Simitug Samai neu gestalten und dann auch Kurse geben.

Am Donnerstag begleitet er Rodrigo, der so ein bisschen für alles mögliche zuständig ist, in ein weit abgelegenes Dorf (1½Stunde Fahrzeit). Dort wird ein Kindergarten gebaut und die Leute müssten alles Material eine halbe Stunde lang hoch tragen, sie besitzen nicht mal eine Schubkarre. Eddy und Rodrigo transportieren nun alles ins Dorf, wobei die Strasse nicht gerade beeindruckend ist.

Ich meinerseits werde von Aufträgen nur so überschüttet, zum Glück habe ich einen breiten Rücken. Zuerst mal soll ich das Mädchen im Pfarrhaus ein bisschen unterstützen, dann warten im Hotel viele Aufgaben auf mich: Ernährung, Putzanleitungen usw.

Auch soll ich in der Näherei Aufgaben wahrnehmen und in der Bäckerei Tipps geben. Und schon am ersten Arbeitstag sucht mich Padre Sandro, um mit mir vier Kindergärten zu besuchen. Die Kinder liegen ihm sehr am Herzen und unter Tränen schildert er manchmal, was er verbessern möchte. Auch hier soll ich mich um die Ernährung kümmern, da die Mahlzeit in der Schule für die Kinder die wichtigste ist. Und es handelt sich hier um 1000 Kinder im Vorschulalter. Simitug hat ca. 2000 Einwohner und mit den ganzen umliegenden Dorfgemeinden ca. 20 000 Einwohner, die alle von diesem Priester hier aus Simiatug betreut werden. Die Fläche dieses Gebietes entspricht ungefähr der des Bezirkes Goms.

Nun zu unserem Silvester. Wir werden von den Salesianer-Schwestern eingeladen. Wir nehmen zwei Flaschen Wein mit, die Eddy am letzten Sonntag in Salinas gekauft hat. Ich mache den Warmen Wein, den sie nicht kennen. Dann wird getanzt, ihr hättet Eddy sehen sollen, mit fünf Klosterfrauen. Und wenn man hier anfängt mit Tanzen, dann wird dann getanzt. Die CD hat zwölf Musikstücke, diese werden ohne Unterbruch durchgetanzt, und wie, haben die ein Temperament, mir rann der Schweiss aus allen Poren, hier in dieser Höhe. Gegen Mitternacht setzen sich zwei der Schwestern eine Maske auf, setzen sich zu einem alten Mann, der aus alten Kleider zusammen gebastelt wurde und beweinen ihn. Wir halten uns den Bauch vor Lachen. Dieser Alte versinnbildlicht das alte, vergangene Jahr. Dann wird „das Evangelium“ verlesen, worin so von den Bekannten allerlei erwähnt wird, auch wir die Voluntarios werden dran genommen. Dann wird mit diesem Alten noch ein Tänzchen gedreht und kurz vor Mitternacht trägt man diesen in den Garten, wo er mit Benzin übergossen und verbrannt wird. Danach gehen wir noch auf den Dorfplatz, wo fünf solche Männer verbrannt werden. Auch dort wird fast ohne Unterbruch getanzt und Bier und Canelazo (Zuckerrohrschnaps mit Zimt und Orange) verteilt mit Neujahrs-Umarmungen. Die Menschen sind sehr herzlich.

Morgen Sonntag, den 2.Januar 2011, fahren wir nach Ambato (Fahrzeit 2 Stunden) um mal richtig einzukaufen, Esswaren und sonst so allerlei, was uns fehlt. Unser Silvester-Menu, kaum zu glauben, geröstete Haferflocken 🙂 !!!

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Cuenca – Simiátug

AE – Am Donnerstag vormittag haben wir die letzten Spanischlektionen. Wobei Vreny meiner Professorin ausrichten soll, dass ich ca. 20 – 30 Minuten später komme. Ich muss noch die Zahlung und die  Schriften für das Auto, das wir gekauft haben, in Ordnung bringen.

Natürlich habe ich wieder mal nicht mit der ecuadorianischen Zeit und Organisation der Abläufe gerechnet. Zuerst zur Bank, dann zu einer andern Bank, dann zu einem Notariat, dann wieder zur Bank. Dazwischen schauen wir noch kurz in die Kathedrale – weil wir noch warten müssen. Schliesslich fahren wir zum Autoverkäufer heim und ich mache die Zahlung des Autos wie von zu Hause aus – über meine Bank.

Um 11.45 Uhr (statt 09.00) bin ich dann in der Schule. Wir arbeiten noch bis ca. 12.00 und dann verabschiede ich mich von meiner Professorin. Vreny braucht sich noch nicht zu verabschieden, da ihre Professorin mit uns nach Baños reist.

Um 12.30 Uhr hole ich das Auto ab, d.h. ich gehe zum Verkäufer. Natürlich bin ich nicht in 30 Minuten zurück, sondern erst um 13.45 Uhr. Dann spiele ich etwas mit meinem Autoschlüssel und die Alarmanlage geht los. Ich kann sie aber nicht wieder abstellen. Wir rufen den Verkäufer an und können es so schaffen, diese auszuschalten. Der Verkäufer kommt aber trotzdem zu uns und will uns instruieren, wie die Alarmanlage bzw. der Autoschlüssel funktioniert. Leider schafft er das erst nach einigen Telefonaten.

Abreise statt 13.00 Uhr leider erst um 15.00 Uhr.

Bei schönem Wetter hat man für Cuenca – Baños gute 4 Stunden. Wir haben aber 7 1/4. Während der Reise wechselt es ständig zwischen Nebel (Tempo 40) – starkem Regen, und ab und zu einigermassen gute Sicht. Immer wieder hat es kleine Erdrutsche und Steine in der Strasse, wann die weggeräumt werden, ist ungewiss! Durch welche Landschaft wir gefahren sind, werden wir dann bei schönen Wetter wieder mal schauen gehen (welches Deutsch 🙂 !).

Wir können bei der Professorin von Vreny bzw. deren Eltern in Baños schlafen und frühstücken. Das Auto stellen wir in die Garage von der Schwester der Professorin, die in Baños auch eine Sprachschule betreibt. Wir schlafen sehr gut, bis wir  um 02.00 geweckt werden. Die Alarmanlage des Autos sei losgegangen und ich muss hingehen und diese deaktivieren. Wir laufen also ca. 10 Minuten mit den letzten Gästen aus diversen Baren zur Schwester und stellen die Alarmanlage aus.

Am Freitag nach dem Frühstück fahren wir um 10.00 Uhr von Baños Richtung Simiátug, welches wir auch ohne Probleme um 14.00 erreichen (fast genau nach Fahrplan – nur die letzen 3 – 4 km etwas Nebel. Aber auf einer so schlechten Strasse, wo man auch ohne Nebel nur zwischen 20 und 30 km/h fahren kann.

Simiátug ist zeitweise ganz im Nebel und Christbäume gibt es weit und breit keine.

Noch was zur Weihnachtsstimmung:

In Cuenca essen wir Kirschen, die man auf den Strassen verkauft – in der Sonne ist es zwischen 20 und 25 Grad warm. In Simiátug ist es aber eher frisch und düster. Wir gehen zur Mitternachtsmesse um 22.00 Uhr – die Messe ist recht gut besucht – aber es gibt keine Weihnachtslieder und schon gar kein „Stille Nacht“.

Heute Samstag gehen wir um 11.00 Uhr ebenfalls zur Messe. Die Kirche ist so voll, dass sogar viele stehen müssen. Am Gesang beteiligen sich so ungefähr gleichviel wie in Grengiols in einer Werktagsmesse. Zudem hat es einige Besoffene, die sich zwar ruhig verhalten, für die Komunion aber zu Seite geschafft werden müssen.

Am Nachmittag mache ich mich erstmals nützlich. Ich fahre mit dem Salesianer Pater nach Salinas Leute holen. Er fährt den Weg hin und ich den Weg zurück – mit 11 Leuten im alten Ambulanz-Jeep.

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