Archiv der Kategorie: Fiestas

März – April 2011

Spenden

Samstag, den 5.März 2011

ruft mich Padre Sandro an, um mit ihm Eddy zu besuchen, der eine Stunde von Simiátug entfernt, am Kirchendach arbeitet. Er will mir eine Freude machen und will mir zeigen, was Eddy so macht. So fahren wir nach Talagua, überraschen die Arbeiter und organisieren auch ihr Mittagessen. Dann fahren wir zurück, ich bereite das Mittagessen. Am Nachmittag geht’s nach Quialo, wo dann auch Eddy zu uns stossen soll, um an einer Hochzeit teilzunehmen.

Alles ist ganz einfach, nur das Brautpaar ist ein bisschen hübscher angezogen. Als wir mit dem Fotoaparat auftauchen und fragen, ob wir ein paar Fotos machen dürfen, sind sie sehr erfreut. Die Grossmuttter bittet jedoch um einen kleinen Moment, weil sie sich zuerst kämmen möchte. Dem Brautpaar wird während der Trauung ein schöner Umhang umgelegt, und zu guter Letzt wird dann noch ihr 1-2 jähriges Kind getauft. Die Braut ist 19 Jahre alt. Danach gehts dann nach Hause, gefestet wird glaub‘ ich nicht gross. Wenn die Padres ausrücken um eine Hochzeitsmesse zu halten, wird meist auch noch getauft, manchmal auch zwei Kinder dieser Paare und meist ist das Brautpaar unter 20 Jahren.

Hochzeit

Padre Sandro ist sehr glücklich, Eddy um sich zu haben. Wenn wir irgendwo unterwegs sind, lässt er immer Eddy fahren, klopft ihm auf den Arm und ist glücklich über seine Hilfe. Eddy kann ihm sehr viel Arbeit abnehmen und immer wieder erzählt er mir dann voll Freude, was Eddy heute wieder alles macht. Er ist wirklich sehr froh um unsere Hilfe und bedankt sich immer wieder.

Eddy ist viel unterwegs, mit den Arbeitern, mit Material und mit Rodrigo, um einzukaufen, oder auch mal mit Cornelia um grössere Besorgungen zu machen. An solchen Tagen merke ich dann, dass Padre Sandro dann zu streng hat, weil Eddy nicht da ist.

Mittwoch 16. März 2011

Sabrina, Saskia und Padre Sandro

Padre Sandro und Cornelia haben Geburtstag. Padre Sandro wird 73 Jahre alt und Cornelia aus Luzern, die schon 25 Jahre hier lebt wird 57 Jahre alt. Wir schenken Padre Sandro einen Gas-Kochherd mit Backofen, da er nur ein Rechaud mit vier Platten hat und das auch schon halb zerfällt. Für sich selber schaut er viel zu wenig, Hauptsache er kann den Kindern helfen. Am ersten Samstag, nachdem der Ofen installiert ist, will ich den Backofen ausprobieren und backe einen wirklich schönen Zopf. Padre Sandro freut sich wie ein kleines Kind und kann es kaum erwarten ihn anzuschneiden. Am Sonntag Morgen dann nach der Messe lädt er uns zu einem Kaffee ein, um uns auch noch ein wenig Zopf zu offerieren.

Was uns hier am meisten fehlt, ist unser gutes knuspriges Brot, manchmal ist unser Appetit am Morgen nicht sehr gross. Deshalb backe ich nun oft selber Brot, aber das Mehl ist auch anders als zu Hause, also keine leichte Aufgabe!

Donnerstag, 24. März 2011

Schon seit einigen Tagen freuen wir uns auf den Besuch unserer älteren Tochter Saskia und ihrer Freundin Sabrina. So fahren wir am Donnerstag Nachmittag nach Quito um die beiden um Mitternacht am Flughafen abzuholen. Wir verbringen zwei schöne Tage in Quito, fahren dann am Sonntag zum Kratersee von Quilotoa und gegen Abend nach Simiatug.

Am Montag begleiten die beiden zuerst mich in die Schule, um meine Klasse kennen zu lernen, dann treffen sie Eddy und machen mit ihm einen Materialtransport nach Talagua und Tahuato, wo an Kindergärten gebaut wird. Am Nachmittag versuchen die beiden ein Teleskop zusammen zu stellen, das Padre Sandro geschenkt bekam. Noch am gleichen Abend geht es auf Sternjagd und Padre Sandro ist hocherfreut über die Hilfe der beiden. Leider müssen wir dann feststellen, dass das grosse Gerät gar nicht so viel wert ist und ausser dem Mond nicht viel erkennen kann.

Santo Domingo - Kleider für die Schulkinder

Am Dienstag fangen Saskia und Sabrina schon an mit Kleider sortieren. Der Pater hat ein Zimmer voll von Trainern, die er von Schwestern in Quito nähen liess. Die beiden machen alles bereit, damit wir am andern Tag in die Gemeinden fahren können. Jeden Tag besuchen wir nun mindestens zwei Schulen mit etwa hundert Schülern und verteilen Trainingsanzüge.

Die ganz Kleinen bekommen Sachen, die Saskia und Sabrina aus der Schweiz mitgebracht haben, wie zum Beispiel: Unterwäsche, Strümpfe, T-Shirts, Strumpfhosen usw. Das sind recht anstrengende Tage, jedoch macht die Freude in den Augen der Kinder alles wett und unsere beiden Besucher sind ebenfalls glücklich um diese Erfahrung.

Ende der Woche, am Samstag, 5. April 2011

verabschieden sich die beiden von Padre Sandro und Padre Jose-Louis. Sie werden ganz herzlich umarmt und mit Gottes Segen und Tränen in den Augen entlassen.

Artesania für den Verkauf in der Schweiz

Wir fahren nun nach Baños und geniessen dort die Vulkanquellen mit ca. 50 Grad Wärme. Auch lassen wir drei Frauen uns für je 3.50 $ die Haare waschen und schneiden. Am Montag geht’s dann auf in den Urwald, nach Tena. Die Temperaturunterschiede sind unglaublich, von 10 Grad bis auf 30 Grad. Am Dienstag Abend erreichen wir Quito, um am Mittwoch noch Zeit zu haben für den grossen Indigenas-Markt.

Am Donnerstag Nachmittag verlassen uns die beiden, wir begleiten sie auf den Flughafen.

und müssen dann schauen, dass wir auf schnellstem Weg die Stadt verlassen können, ab 16.00 Uhr dürfen wir nämlich nicht mehr fahren, da am Donnerstag alle Autos mit Endzahl 7 und 8 morgens und abends nicht gebraucht werden dürfen, um den Verkehr zu entlasten. Montag 1 und 2, Dienstag 3 und 4, Mittwoch 5 und 6, Freitag 9 und 0.

Auf dem Heimweg reden wir nicht viel, das Heimweh nimmt uns doch ein wenig mit und auch die Sorge, dass die beiden gut nach Hause kommen. Auf 4000 m Höhe auf dem Pass nach Simiatug schrecken wir jedoch auf, welch überwältigendes Bild, wir sehen über die Berge von Simiátag hinaus in die Ebene und können mehrere Städte (in der Costa) erkennen, alles ist ganz offen und sternenklar. Fast haben wir das Gefühl auf dem falschen Weg zu sein, zum ersten Mal sehen wir diese Gegend ohne Nebel. Leider wollte unser Fotoapparat das nicht festhalten.

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Das neue Jahr beginnt

AV – Sonntag, 2. Januar 2011

Dieser Tag beginnt nicht so vielversprechend! Eddy will das Auto aus der Garage holen, das gibt jedoch keinen Ton von sich. Wir versuchen es mit anfahren, mit stossen, nichts! So bleibt uns nichts anderes übrig, als Rodrigo vom Restaurant zu holen und das Auto zu überbrücken. Auch haben zwei Pneus zu wenig Luft, Rodrigo erklärt uns, wo wir aufpumpen können, jedoch nicht wie viel das kosten könnte, so verlangt man uns das doppelte. Wir sind jedoch froh, dass wir endlich losfahren können.

Wir fahren bis auf 4200m Höhe auf den Pass hinauf, und dann wieder hinunter, die Strasse ist viel schlechter als auf Furggen, mit vielen Schlaglöchern und grossen Wasserlachen, jedoch etwas breiter. Eine gute Stunde Naturstrasse und eine Stunde asphaltiert.

In Ambato (250000 Einw.) finden wir nach mehrmaligem Fragen bald einmal das grosse Einkaufszentrum. Die Distanzen werden immer in Quadros angegeben, d.h. Ein Quadro ist immer von einer Seitenstrasse zur andern. Das Einkaufen ist sehr anstrengend, da wir alles suchen müssen und natürlich sind die Verpackungen ganz anders. Was uns jedoch bekannt vorkommt ist Toni-Joghurt, Nestle-Produkte und Maggi-Gewürze.

Nachdem wir mit viel Mühe unseren Einkaufswagen vollgestopft haben, natürlich auch mit einigen Flaschen Wein, den Eddy schon sehr vermisste, die Überraschung an der Kasse: „Am Sonntag dürfen wir leider keinen Wein verkaufen, Vorschrift der Regierung.“

So weit, so gut. An der Kasse hat man hier einen Gehilfen, der alles einpackt und den Einkaufswagen zum Auto fährt, sehr vornehm. Eddy öffnet das Auto, steckt den Schlüssel und will uns hinten beim Einladen helfen und merkt nicht, dass seine Türe zufällt. Der Gehilfe hat alles verstaut und schliesst die Türe und in dem Moment macht es klick und das Auto ist verschlossen. Leider haben wir nur den einen Schlüssel. Wir sind erstaunt, wie viele Leute herkommen und uns helfen wollen. Einer fährt sogar nach Hause um einen plastifizierten Draht zu holen und schafft es dann auch den Knopf der Autotüre hoch zuziehen. So verlieren wir mindestens eine Stunde und haben dann auf dem Pass schon dunkel mit viel Nebel. Die Fahrt ist recht anstrengend und wir sind heilfroh gesund in Simiatug einzutreffen.

Die Woche ist bald erzählt, am Vormittag bin ich im Pfarrhaus mit Putzen und kochen beschäftigt, am Nachmittag im Hostal. Es gibt viel Arbeit, die d’Meigini“, wie Eddy sagt, nicht sehen oder sie auch nicht stört. Kunststück, wenn man weiss in welcher Armut und in welchem Dreck sie aufgewachsen sind. D’Meigini deshalb, weil sie so ca. 140cm gross sind und eine Schuhgrösse von 34 haben. Sie sind aber dankbar für Anregungen und für Neues. Im Pfarrhaus haben wir schon Erdbeerkonfitüre gemacht und Lida, z’Meigi im Pfarrhaus, fand das super. Das kann hier scheinbar niemand, und sie gehen mit der gekauften Marmelade sehr sparsam um, einen Kaffeelöffel pro Frühstück Continental.

Normalerweise gibt es hier zum Frühstück schon weissen Reis, ebenfalls zum Mittag und zum Abendessen. Weisser trockener Reis gibt es fast zu jeder Mahlzeit und in den Städten gibt es dafür spezielle Töpfe zum Reiskochen.

Wir haben uns nun schon ein wenig zurecht gefunden und wissen, wo wir was kaufen können und wann wir selber kochen können usw.

Eddy hat diese Woche ziemlich am Computer gearbeitet und soll sich mit der Verdunkelung der Dachfenster im Computerraum auseinandersetzen. Aus diesem Grund fahren wir am Freitag noch einmal nach Ambato, wo uns Dr. Luis Velasco, der Chef der Caritas eine Sekretärin zur Verfügung stellt, die mit uns verschiedene Geschäfte aufsucht, um dieses Material zu finden.

Die Zeit vergeht sehr schnell, da es nicht an Arbeit mangelt. An die Temperatur haben wir uns jetzt schon ziemlich gewöhnt, nachts haben wir schon weniger kalt und tagsüber muss man sich einfach regen. Wenn die Sonne scheint, ist es recht warm, was jedoch meist nur morgens der Fall ist. Am Nachmittag kommt der Nebel und meist ein bisschen Regen.

Was noch Wichtiges zu erwähnen ist: Das Dreikönigsfest. Das dauerte zwei ganze Tage, von überall kamen diese Könige hoch zu Ross daher. Am ersten Tag gab es einen grossen Umzug durch das Dorf und am zweiten Tag fand auf dem Dorfplatz eine Messe statt, anschliessend besuchten die Könige die verschiedenen Dorfteile und kehrten dann so gegen zwei Uhr wieder auf den Dorfplatz zurück, um dort mit viel Geschrei und Masettenschlägen Herodes vom Thron zu stürzen. Da hatte es wirklich viele Leute. Und das Fest dauerte nicht nur zwei Tage, sondern auch fast zwei Nächte, haben die eine Ausdauer, wir waren nur schon vom Hören müde; weil das eben auch nachts sehr laut zu und hergeht.

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