Archiv der Kategorie: Volontariat

April – Mai

Samstag, 10. April 2011

Seit Saskia und Sabrina uns verlassen haben, ist das Wetter scheusslich, ständig regnet es und die Strassen sind in schrecklichem Zustand. Die Gruppe Lehrer, die alle zwei Wochen von Quito her nach Simiátug kommen, um Kurse zu geben, sind mit ihrem Bus vom Pass herunter zweieinhalb Stunden unterwegs. Normal braucht man eine gute halbe Stunde.

Eddy fängt nun auch noch an Fahrstunden zu geben. Einer der Arbeiter von Padre Sandro möchte gerne Auto fahren lernen. So kann Padre Sandro mit der Zeit ein bisschen entlastet werden.

Mittwoch, 13. April 2011

Und ich, alle zwei Wochen bin ich wieder am Konfitüre machen, um die leeren Gläser wieder aufzufüllen. Padre Sandro hat heute gesagt, als er mich beim Früchte rüsten sah: „Deine Konfitüre schmeckt uns so gut, heute morgen haben wir wieder zwei Gläser leer gegessen.“Und jedes Mal bedankt er sich.

Natürlich variieren wir mit den Früchten, die Auswahl hier auf dem Markt ist ziemlich gross:

Ananas, Reinclaude gelb und rot, Erdbeeren, Papaya, Guayabana, Babaco, Brombeeren, Mango, Granadilla, Orangen, Naranjilla, Baumtomaten, 4 verschiedene Sorten von Bananen, usw.

Jeden Mittwoch kaufen wir auf den Markt für ungefähr 10 Dollar Früchte und Gemüse ein. Anschliessend schaffen wir es zu zweit knapp, alles nach Hause zu schleppen. Das reicht dann für 6 Personen, eine Woche lang. Jeden Mittag bereiten wir einen frischen Fruchtsaft, eine gute Gemüsesuppe und nach dem Hauptgang ein Früchtedessert.

Samstag, 16.April 2011

Einer der Arbeiter von Padre Sandro lädt uns zum Cuyessen (Meerschweinchen) ein.Mit viel Sorgfalt am Feuer grilliert, schmeckt das ganz gut. Dazu weisser Reis, Salat und Salzkartoffeln.

Dieser Arbeiter lebt mit seiner Frau und mit seinen drei Kindern etwas oberhalb vom Dorf Simiatug. Seine Frau arbeitet im Nähatelier und hilft mir meistens beim schwierigen Einfädeln der Industrie-Nähmaschinen, um Vorhänge zu nähen.

Die Osterwoche ist sehr intensiv und auch sehr unterschiedlich zu unseren Feierlichkeiten. Am Karfreitag gibt es am Nachmittag einen Kreuzweg durchs Dorf, wobei der Priester ein grosses Kreuz trägt.

Abends findet dann eine grosse Prozession durchs ganze Dorf mit Musik und den Heiligen statt, die Jesus bis ans Kreuz begleitet haben und dem Leichnam Jesu, der vorher in einen rundherum mit Kerzen beleuchteten Sarg gelegt wird.

Den ganzen Abend hat es geregnet, während der Messe hört es jedoch auf und so geht’s durch Schlamm und Nässe rund ums Dorf. So sei es meist, lass ich mir sagen. Die Prozession finde fast wie durch ein Wunder, immer statt.

Palmsonntag

erleben wir einen eindrucksvollen Palmsonntag, mit Prozession. Eine Jesusfigur reitet auf einer Eselin durchs Dorf.

Die Osterwoche ist sehr intensiv und auch sehr unterschiedlich zu unseren Feierlichkeiten. Am Karfreitag gibt es am Nachmittag einen Kreuzweg durchs Dorf, wobei der Priester ein grosses Kreuz trägt.

Abends findet dann eine grosse Prozession durchs ganze Dorf mit Musik und den Heiligen statt, die Jesus bis ans Kreuz begleitet haben und dem Leichnam Jesu, der vorher in einen rundherum mit Kerzen beleuchteten Sarg gelegt wird.

Den ganzen Abend hat es geregnet, während der Messe hört es jedoch auf und so geht’s durch Schlamm und Nässe rund ums Dorf. So sei es meist, lass ich mir sagen. Die Prozession finde fast wie durch ein Wunder, immer statt.

Ostersonntag 24.April 2011

Wir laden die Padres, die Schwestern und die Voluntärinnen zu einem Osteressen ein. Bei den Vorbereitungen erwähnt Eddy, dass wir dann noch besseren Wein besorgen sollten. Ich frage, wozu denn? Für’s Fest! Welches Fest? Und merke dann, dass ich ja zugleich auch noch meinen 55. Geburtstag feiern darf.

Es gibt Fondue Chinoise, für die meisten nicht bekannt!

In dieser Woche lerne ich die Frau von Rodrigo, die ein kleines Restaurant besitzt, Konfitüre machen. Dann wird noch ein grosses Zimmer im Pfarrhaus ausgemistet und geputzt. Auch möchte ich noch in zwei, drei Gemeinden fahren, um Kleider zu verteilen.

In den letzten Tage ist es nun viel wärmer geworden, die Strassen sind wieder fast ganz trocken. Die Sonne scheint ziemlich intensiv, weil es jetzt recht viel windet. Schon wird viel Staub aufgewirbelt, da ja die Strassen nicht geteert sind. Im Sommer ist es dann oft sehr trocken und im August und September sehr, sehr windig, manchmal gibt es fast orkanähnliche Stürme, erklärt man uns.

Zum Schluss geht’s noch in die Bäckerei, um endlich mein Rezept für gutes Brot auszuprobieren, das uns nach vielen Versuchen wohl am besten schmeckt. Das Mädchen in der Bäckerei ist hocherfreut über das Resultat aus seinem Backofen und wird nun für die Padres richtiges Brot backen. Auch soll Padre Arnold aus der Schweiz mit diesem Brot überrascht werden.

Mittwoch, 4.Mai 2011

morgens um 4.00 Uhr fährt Eddy mit Padres Sandro, Rodrigo und drei Arbeitern noch einmal nach Crucita ans Meer, 10 Stunden Fahrt. Sie wollen mit Türen und Fenster hinfahren, damit es in der Schreinerei wieder Platz gibt. Padre Sandro hat dort mit dem Bau eines Gruppenhauses angefangen, um ab und zu mit einer Klasse ans Meer zu fahren.

Am Freitag kommen sie wieder zurück, um am Samstag an der Abstimmung teilzunehmen. Wer nicht abstimmt, muss Strafe bezahlen. Auch wird mit dem Ausweis, oder dem Pass meist auch der Abstimmungsausweis verlangt, um die Bürger zu kontrollieren.

Sonntag, 8.Mai 2011

Die Schwestern laden uns zu einem feinen Nachtessen, mit typischen ecuadorianischen Speisen ein, um uns zu verabschieden und uns zu beteuern, dass sie uns sehr vermissen werden.

Montag, 9.Mai 2011

Abschiedsessen mit allen Arbeitern im Hostal, Cuy mit Kartoffeln und feiner Erdnusssauce. Anschliessend Tanz!

Dienstag 10. Mai 2011

Am Morgen herrscht Packstress. Eddy will seine Hemden, Pullover und Jeans an die Arbeiter verteilen, kehrt jedoch zurück, um mich zu holen, weil sie wollen, dass ich das mache, damit es keinen Streit gibt.

Eigentlich haben wir uns schon zweimal von ihnen verabschiedet. Sie warten jedoch am Mittag vor der Schreinerei nochmals auf uns, um sich ein letztes Mal von uns zu verabschieden.

Padre Sandro ist ebenfalls da. Mit Tränen in den Augen gibt er uns den Segen und umarmt uns. Schweren Herzens verlassen wir Simiatug, sind uns doch recht viele Menschen sehr ans Herz gewachsen und ihre Sorgen und Nöte begleiten uns.

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Kind wartet auf die Fertigstellung der Duschen

PauseHier in Tallagua werden Duschen für die Kindergärtner und die Schulkinder gebaut. Dieser Junge wartet sehnsüchtig darauf, sich duschen zu können.

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März – April 2011

Spenden

Samstag, den 5.März 2011

ruft mich Padre Sandro an, um mit ihm Eddy zu besuchen, der eine Stunde von Simiátug entfernt, am Kirchendach arbeitet. Er will mir eine Freude machen und will mir zeigen, was Eddy so macht. So fahren wir nach Talagua, überraschen die Arbeiter und organisieren auch ihr Mittagessen. Dann fahren wir zurück, ich bereite das Mittagessen. Am Nachmittag geht’s nach Quialo, wo dann auch Eddy zu uns stossen soll, um an einer Hochzeit teilzunehmen.

Alles ist ganz einfach, nur das Brautpaar ist ein bisschen hübscher angezogen. Als wir mit dem Fotoaparat auftauchen und fragen, ob wir ein paar Fotos machen dürfen, sind sie sehr erfreut. Die Grossmuttter bittet jedoch um einen kleinen Moment, weil sie sich zuerst kämmen möchte. Dem Brautpaar wird während der Trauung ein schöner Umhang umgelegt, und zu guter Letzt wird dann noch ihr 1-2 jähriges Kind getauft. Die Braut ist 19 Jahre alt. Danach gehts dann nach Hause, gefestet wird glaub‘ ich nicht gross. Wenn die Padres ausrücken um eine Hochzeitsmesse zu halten, wird meist auch noch getauft, manchmal auch zwei Kinder dieser Paare und meist ist das Brautpaar unter 20 Jahren.

Hochzeit

Padre Sandro ist sehr glücklich, Eddy um sich zu haben. Wenn wir irgendwo unterwegs sind, lässt er immer Eddy fahren, klopft ihm auf den Arm und ist glücklich über seine Hilfe. Eddy kann ihm sehr viel Arbeit abnehmen und immer wieder erzählt er mir dann voll Freude, was Eddy heute wieder alles macht. Er ist wirklich sehr froh um unsere Hilfe und bedankt sich immer wieder.

Eddy ist viel unterwegs, mit den Arbeitern, mit Material und mit Rodrigo, um einzukaufen, oder auch mal mit Cornelia um grössere Besorgungen zu machen. An solchen Tagen merke ich dann, dass Padre Sandro dann zu streng hat, weil Eddy nicht da ist.

Mittwoch 16. März 2011

Sabrina, Saskia und Padre Sandro

Padre Sandro und Cornelia haben Geburtstag. Padre Sandro wird 73 Jahre alt und Cornelia aus Luzern, die schon 25 Jahre hier lebt wird 57 Jahre alt. Wir schenken Padre Sandro einen Gas-Kochherd mit Backofen, da er nur ein Rechaud mit vier Platten hat und das auch schon halb zerfällt. Für sich selber schaut er viel zu wenig, Hauptsache er kann den Kindern helfen. Am ersten Samstag, nachdem der Ofen installiert ist, will ich den Backofen ausprobieren und backe einen wirklich schönen Zopf. Padre Sandro freut sich wie ein kleines Kind und kann es kaum erwarten ihn anzuschneiden. Am Sonntag Morgen dann nach der Messe lädt er uns zu einem Kaffee ein, um uns auch noch ein wenig Zopf zu offerieren.

Was uns hier am meisten fehlt, ist unser gutes knuspriges Brot, manchmal ist unser Appetit am Morgen nicht sehr gross. Deshalb backe ich nun oft selber Brot, aber das Mehl ist auch anders als zu Hause, also keine leichte Aufgabe!

Donnerstag, 24. März 2011

Schon seit einigen Tagen freuen wir uns auf den Besuch unserer älteren Tochter Saskia und ihrer Freundin Sabrina. So fahren wir am Donnerstag Nachmittag nach Quito um die beiden um Mitternacht am Flughafen abzuholen. Wir verbringen zwei schöne Tage in Quito, fahren dann am Sonntag zum Kratersee von Quilotoa und gegen Abend nach Simiatug.

Am Montag begleiten die beiden zuerst mich in die Schule, um meine Klasse kennen zu lernen, dann treffen sie Eddy und machen mit ihm einen Materialtransport nach Talagua und Tahuato, wo an Kindergärten gebaut wird. Am Nachmittag versuchen die beiden ein Teleskop zusammen zu stellen, das Padre Sandro geschenkt bekam. Noch am gleichen Abend geht es auf Sternjagd und Padre Sandro ist hocherfreut über die Hilfe der beiden. Leider müssen wir dann feststellen, dass das grosse Gerät gar nicht so viel wert ist und ausser dem Mond nicht viel erkennen kann.

Santo Domingo - Kleider für die Schulkinder

Am Dienstag fangen Saskia und Sabrina schon an mit Kleider sortieren. Der Pater hat ein Zimmer voll von Trainern, die er von Schwestern in Quito nähen liess. Die beiden machen alles bereit, damit wir am andern Tag in die Gemeinden fahren können. Jeden Tag besuchen wir nun mindestens zwei Schulen mit etwa hundert Schülern und verteilen Trainingsanzüge.

Die ganz Kleinen bekommen Sachen, die Saskia und Sabrina aus der Schweiz mitgebracht haben, wie zum Beispiel: Unterwäsche, Strümpfe, T-Shirts, Strumpfhosen usw. Das sind recht anstrengende Tage, jedoch macht die Freude in den Augen der Kinder alles wett und unsere beiden Besucher sind ebenfalls glücklich um diese Erfahrung.

Ende der Woche, am Samstag, 5. April 2011

verabschieden sich die beiden von Padre Sandro und Padre Jose-Louis. Sie werden ganz herzlich umarmt und mit Gottes Segen und Tränen in den Augen entlassen.

Artesania für den Verkauf in der Schweiz

Wir fahren nun nach Baños und geniessen dort die Vulkanquellen mit ca. 50 Grad Wärme. Auch lassen wir drei Frauen uns für je 3.50 $ die Haare waschen und schneiden. Am Montag geht’s dann auf in den Urwald, nach Tena. Die Temperaturunterschiede sind unglaublich, von 10 Grad bis auf 30 Grad. Am Dienstag Abend erreichen wir Quito, um am Mittwoch noch Zeit zu haben für den grossen Indigenas-Markt.

Am Donnerstag Nachmittag verlassen uns die beiden, wir begleiten sie auf den Flughafen.

und müssen dann schauen, dass wir auf schnellstem Weg die Stadt verlassen können, ab 16.00 Uhr dürfen wir nämlich nicht mehr fahren, da am Donnerstag alle Autos mit Endzahl 7 und 8 morgens und abends nicht gebraucht werden dürfen, um den Verkehr zu entlasten. Montag 1 und 2, Dienstag 3 und 4, Mittwoch 5 und 6, Freitag 9 und 0.

Auf dem Heimweg reden wir nicht viel, das Heimweh nimmt uns doch ein wenig mit und auch die Sorge, dass die beiden gut nach Hause kommen. Auf 4000 m Höhe auf dem Pass nach Simiatug schrecken wir jedoch auf, welch überwältigendes Bild, wir sehen über die Berge von Simiátag hinaus in die Ebene und können mehrere Städte (in der Costa) erkennen, alles ist ganz offen und sternenklar. Fast haben wir das Gefühl auf dem falschen Weg zu sein, zum ersten Mal sehen wir diese Gegend ohne Nebel. Leider wollte unser Fotoapparat das nicht festhalten.

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Schönes Wetter

Seit ein paar Tagen herrscht wunderbares Wetter und es in der Nacht ziemlich kalt. So hat es in den höchstgelegenen Communidades Eis gehabt am Morgen. Man muss sich vorstellen, dass die Leute hier keine Heizungen haben.

Leider, so scheint es, ist die Schönwetterperiode schon vorbei. Heute morgen war es zwar bedeckt und man hatte herrliche (Fern-)Sicht. Leider hat es dann an Mittag sehr schnell geändert und wieder zu regnen begonnen. Hier in Simiátug zwar nur leicht, aber in der Umgebung teilweise erheblich.

Soweit die Kurzmeldung zur Wettersituation – bis bald.

Ich habe eine Spendenseite eingerichtet

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Eingeordnet unter Kindergarten, Rundreise

mehr als nur der Februar

Es ist an der Zeit mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Unser letzter Bericht ist schon ziemlich lange her. Zum einen sind wir sehr beschäftigt, unser Tag beginnt meistens um halb sieben. Arbeit hat es weiss Gott genug und die Zeit eilt nur so dahin. Zum andern war es mir in letzter Zeit zu kalt, lange am Computer zu sitzen. Eddy ist oft unterwegs und kommt manchmal erst spät abends nach Hause. Er fährt mit Material in die verschiedenen Dörfchen, die einen neuen Kindergarten bekommen oder in die Städte um Material zu besorgen, was hier nicht so einfach ist. Manchmal braucht man Tage um eine bestimmte Sache aufzustöbern, auch die Leute von hier.

Zudem habe ich noch eine neue Aufgabe bekommen, der Voluntär, der im Pfarrhaus war und beim Unterrichten half, musste leider nach Hause, weil seine Eltern erkrankt waren. So hat der Padre kurzerhand mir das Religionsbüchlein in die Finger gedrückt. Den Sonntag Nachmittag verbringe ich nun meistens mit Vorbereiten, was fürs Spanisch lernen von Vorteil ist. Ich war recht erstaunt, wie wenig von den Kinder zu erwarten ist mit meiner Unterrichtsweise, aber inzwischen geht es schon ein bisschen besser. Ich versuche die Stunden möglichst abwechslungsreich zu gestalten, der Lehrer setzt sich jeweils auch in den Kreis zu den Kindern und macht mit und wenn ich mal ein Wort nicht finde, hilft er mir.
Das Niveau in den Schulen ist nicht so hoch und besteht wahrscheinlich vor allem aus Frontalunterricht, es fehlt einfach auch an Material.

Dann war ich auch noch ziemlich krank, so dass wir nach Quito zum Arzt fuhren. Der hat dann eine Nierenbeckenentzündung auf der rechten Seite diagnostiziert. So habe ich dann 10 Tage in Quito verbracht, wo es ein bisschen wärmer war. Hier in Simiatug war jetzt im Februar wirklich scheussliches Wetter mit viel Regen und Kälte. Es ist aber unglaublich, wie die Sonne auch hier zu wärmen vermag. Die schlammigen Strassen sind innert einem halben Tag trocken, wenn die Sonne scheint. Scheint die Sonne aber wochenlang gar nicht, hat es viele kleine Seen und viel Schlamm und man schwimmt fast in den Strassen und die sind ja dann von 3000 auf 4000 Höhenmetern nicht gerade topfeben. Und die Häuser sind dann einfach auch noch kälter, als sie es nachts ohnehin schon sind, in dieser kalten Zeit eher unter 10 Grad.

Eddy und Rodrigo hatten in dieser nassen Zeit Glück beim Liefern von Material, sie kamen an einen Erdrutsch von 30m Breite und 3-4m Höhe, der sich noch leicht bewegte. Das war in der gleichen Strasse, wo der Chauffeur vom Camion so seine Probleme hatte. Wie ihr seht, leben wir hier nicht ganz ungefährlich. Da kann man dann sagen, „La ga, wie Gott will!

Die letzte Woche vom 20. bis zum 26. Februar durften wir die Salesianer- Padres nach Crucita ans Meer begleiten (10h Fahrzeit). Die haben dort ein grosses Haus, das für Exerzitien dient. Crucita ist ein Fischerdorf in der Nähe von Manta mit 7000-8000 Einwohnern und mit wenig Tourismus. Wir waren ganz nahe am Meer und konnten den Fischern zusehen und das Meer geniessen und dreimal am Tag frischen Fisch geniessen, zum Frühstück, zum Mittag und am Abend. Die Bucht ist wunderschön und wir konnten die Gezeiten beobachten und in die meterhohen Wellen springen, das Wasser ist auch morgens um 6 Uhr richtig warm. Das war so richtig zum Erholen! Genau in dieser Woche hat das Wetter hier in Simiatug umgeschlagen und die Sonne hat die Strassen getrocknet, was zur Folge hat, dass es jetzt wieder mehr Schlaglöcher hat. Wir sind froh, dass es hier wieder ein bisschen mehr Sonne hat.

Nun noch zu den Kindergärten: Für einen ist noch kein Geld vorhanden und wir haben uns gedacht, dass unsere Familien und unsere Freunde doch sicher ein paar Franken locker machen könnten. Die Kosten werden so an die 5000-6000 Franken betragen. Eddy hat bereits ein Konto eröffnet, da unsere Töchter auch schon am Sammeln sind. Was fehlt würden wir dann ergänzen. Wir bedanken uns jetzt schon ganz herzlich für eure Grosszügigkeit und grüssen alle von Herzen.

Es hat übrigens einen neuen Button links (Spenden)

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Eingeordnet unter Ausflug, Bildung, Kindergarten

Woche 2 im Jahre 2010

AV – Sonntag, 9. Januar 2011

An diesem Wochenende hat es hier sehr viele Leute aus Quito, die hier eine Schulung durchführen. Auch hat Simitag-Samai eine lange Versammlung, an der auch wir teilweise mitmachen. Alle Arbeitsbereiche, wie Fleischverarbeitung, Hostal, Stickerei, Sisalverarbeitung, Näherei, Bäckerei, Kräuter-Trocknerei, Kompostverarbeitung usw. präsentierten ihre Strategien für das kommende Jahr.

Die folgende Woche ist sehr arbeitsintensiv. Eddy begleitet wieder Rodrigo nach Cabaña um dort Material zu transportieren. Sie kommen dann am Abend recht spät nach Hause und Eddy berichtet, dass sie heute grosses Glück hatten. Der Lastwagen, der den Sand bringen sollte, den Rodrigo und Eddy mit der Camionette ins Dorf fahren sollten, wollte möglichst weit fahren und ist dann in der glitschigen Erde abgerutscht und um ein Haar, 150 m in die Tiefe gestürzt. Gott sei Dank blieb er auf der Achse hangen und sie hatten viel Arbeit ihn zu sichern und wieder auf die Strasse zu ziehen.

Danach macht nun Eddy zwei Tage die Transporte, weil Rodrigo noch viel anderes zu erledigen hat und für Materialbesorgungen immer weit fahren muss. Padre Sandro ist sehr glücklich, dass Eddy sich so nützlich machen kann und dass wieder ein Haus entsteht für seine kleinen Lieblinge.

Am Samstag will er selber mit mir zusammen Eddy begleiten, um mir alles zu zeigen. Das Wetter ist wunderbar und wir können die Landschaft so richtig geniessen, denn in dieser Gegend hat es sehr oft Nebel. Zum Glück hat die Sonne die Strasse recht gut getrocknet, so ist es auch weniger gefährlich. Er zeigt mir dann auch den alten Kindergarten – welch trauriges Bild. Erdboden und kein einziges Fenster.

Diese Woche haben wir aus Quito ein E-Mail bekommen von der Frau, die uns und den Padre Arnold dort immer empfängt und unsere Rundreise organisiert, wie Reservationen von Hotels, Flüge buchen, Koffer abholen, wann wir wo abgeholt werden sollen, usw. Sie berichtet uns, dass sie von Simiatug nur Gutes von uns gehört hat und dass unsere Arbeit hier sehr geschätzt wird. Das ist doch schon etwas, oder?

Diese Woche war auch sonst ein bisschen speziell. Irgend etwas fehlte jeden Tag, manchmal auch mehr. Oft hatten wir kein Licht, keine Eliktrizität, kein Internet, dann wieder halbe Tage lang kein Wasser oder kein Gas mehr. Etwas fehlte wirklich immer. Aber wir können nur hoffen, dass es besser wird, denn am elektrischen wird gearbeitet.

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Das neue Jahr beginnt

AV – Sonntag, 2. Januar 2011

Dieser Tag beginnt nicht so vielversprechend! Eddy will das Auto aus der Garage holen, das gibt jedoch keinen Ton von sich. Wir versuchen es mit anfahren, mit stossen, nichts! So bleibt uns nichts anderes übrig, als Rodrigo vom Restaurant zu holen und das Auto zu überbrücken. Auch haben zwei Pneus zu wenig Luft, Rodrigo erklärt uns, wo wir aufpumpen können, jedoch nicht wie viel das kosten könnte, so verlangt man uns das doppelte. Wir sind jedoch froh, dass wir endlich losfahren können.

Wir fahren bis auf 4200m Höhe auf den Pass hinauf, und dann wieder hinunter, die Strasse ist viel schlechter als auf Furggen, mit vielen Schlaglöchern und grossen Wasserlachen, jedoch etwas breiter. Eine gute Stunde Naturstrasse und eine Stunde asphaltiert.

In Ambato (250000 Einw.) finden wir nach mehrmaligem Fragen bald einmal das grosse Einkaufszentrum. Die Distanzen werden immer in Quadros angegeben, d.h. Ein Quadro ist immer von einer Seitenstrasse zur andern. Das Einkaufen ist sehr anstrengend, da wir alles suchen müssen und natürlich sind die Verpackungen ganz anders. Was uns jedoch bekannt vorkommt ist Toni-Joghurt, Nestle-Produkte und Maggi-Gewürze.

Nachdem wir mit viel Mühe unseren Einkaufswagen vollgestopft haben, natürlich auch mit einigen Flaschen Wein, den Eddy schon sehr vermisste, die Überraschung an der Kasse: „Am Sonntag dürfen wir leider keinen Wein verkaufen, Vorschrift der Regierung.“

So weit, so gut. An der Kasse hat man hier einen Gehilfen, der alles einpackt und den Einkaufswagen zum Auto fährt, sehr vornehm. Eddy öffnet das Auto, steckt den Schlüssel und will uns hinten beim Einladen helfen und merkt nicht, dass seine Türe zufällt. Der Gehilfe hat alles verstaut und schliesst die Türe und in dem Moment macht es klick und das Auto ist verschlossen. Leider haben wir nur den einen Schlüssel. Wir sind erstaunt, wie viele Leute herkommen und uns helfen wollen. Einer fährt sogar nach Hause um einen plastifizierten Draht zu holen und schafft es dann auch den Knopf der Autotüre hoch zuziehen. So verlieren wir mindestens eine Stunde und haben dann auf dem Pass schon dunkel mit viel Nebel. Die Fahrt ist recht anstrengend und wir sind heilfroh gesund in Simiatug einzutreffen.

Die Woche ist bald erzählt, am Vormittag bin ich im Pfarrhaus mit Putzen und kochen beschäftigt, am Nachmittag im Hostal. Es gibt viel Arbeit, die d’Meigini“, wie Eddy sagt, nicht sehen oder sie auch nicht stört. Kunststück, wenn man weiss in welcher Armut und in welchem Dreck sie aufgewachsen sind. D’Meigini deshalb, weil sie so ca. 140cm gross sind und eine Schuhgrösse von 34 haben. Sie sind aber dankbar für Anregungen und für Neues. Im Pfarrhaus haben wir schon Erdbeerkonfitüre gemacht und Lida, z’Meigi im Pfarrhaus, fand das super. Das kann hier scheinbar niemand, und sie gehen mit der gekauften Marmelade sehr sparsam um, einen Kaffeelöffel pro Frühstück Continental.

Normalerweise gibt es hier zum Frühstück schon weissen Reis, ebenfalls zum Mittag und zum Abendessen. Weisser trockener Reis gibt es fast zu jeder Mahlzeit und in den Städten gibt es dafür spezielle Töpfe zum Reiskochen.

Wir haben uns nun schon ein wenig zurecht gefunden und wissen, wo wir was kaufen können und wann wir selber kochen können usw.

Eddy hat diese Woche ziemlich am Computer gearbeitet und soll sich mit der Verdunkelung der Dachfenster im Computerraum auseinandersetzen. Aus diesem Grund fahren wir am Freitag noch einmal nach Ambato, wo uns Dr. Luis Velasco, der Chef der Caritas eine Sekretärin zur Verfügung stellt, die mit uns verschiedene Geschäfte aufsucht, um dieses Material zu finden.

Die Zeit vergeht sehr schnell, da es nicht an Arbeit mangelt. An die Temperatur haben wir uns jetzt schon ziemlich gewöhnt, nachts haben wir schon weniger kalt und tagsüber muss man sich einfach regen. Wenn die Sonne scheint, ist es recht warm, was jedoch meist nur morgens der Fall ist. Am Nachmittag kommt der Nebel und meist ein bisschen Regen.

Was noch Wichtiges zu erwähnen ist: Das Dreikönigsfest. Das dauerte zwei ganze Tage, von überall kamen diese Könige hoch zu Ross daher. Am ersten Tag gab es einen grossen Umzug durch das Dorf und am zweiten Tag fand auf dem Dorfplatz eine Messe statt, anschliessend besuchten die Könige die verschiedenen Dorfteile und kehrten dann so gegen zwei Uhr wieder auf den Dorfplatz zurück, um dort mit viel Geschrei und Masettenschlägen Herodes vom Thron zu stürzen. Da hatte es wirklich viele Leute. Und das Fest dauerte nicht nur zwei Tage, sondern auch fast zwei Nächte, haben die eine Ausdauer, wir waren nur schon vom Hören müde; weil das eben auch nachts sehr laut zu und hergeht.

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