April – Mai

Samstag, 10. April 2011

Seit Saskia und Sabrina uns verlassen haben, ist das Wetter scheusslich, ständig regnet es und die Strassen sind in schrecklichem Zustand. Die Gruppe Lehrer, die alle zwei Wochen von Quito her nach Simiátug kommen, um Kurse zu geben, sind mit ihrem Bus vom Pass herunter zweieinhalb Stunden unterwegs. Normal braucht man eine gute halbe Stunde.

Eddy fängt nun auch noch an Fahrstunden zu geben. Einer der Arbeiter von Padre Sandro möchte gerne Auto fahren lernen. So kann Padre Sandro mit der Zeit ein bisschen entlastet werden.

Mittwoch, 13. April 2011

Und ich, alle zwei Wochen bin ich wieder am Konfitüre machen, um die leeren Gläser wieder aufzufüllen. Padre Sandro hat heute gesagt, als er mich beim Früchte rüsten sah: „Deine Konfitüre schmeckt uns so gut, heute morgen haben wir wieder zwei Gläser leer gegessen.“Und jedes Mal bedankt er sich.

Natürlich variieren wir mit den Früchten, die Auswahl hier auf dem Markt ist ziemlich gross:

Ananas, Reinclaude gelb und rot, Erdbeeren, Papaya, Guayabana, Babaco, Brombeeren, Mango, Granadilla, Orangen, Naranjilla, Baumtomaten, 4 verschiedene Sorten von Bananen, usw.

Jeden Mittwoch kaufen wir auf den Markt für ungefähr 10 Dollar Früchte und Gemüse ein. Anschliessend schaffen wir es zu zweit knapp, alles nach Hause zu schleppen. Das reicht dann für 6 Personen, eine Woche lang. Jeden Mittag bereiten wir einen frischen Fruchtsaft, eine gute Gemüsesuppe und nach dem Hauptgang ein Früchtedessert.

Samstag, 16.April 2011

Einer der Arbeiter von Padre Sandro lädt uns zum Cuyessen (Meerschweinchen) ein.Mit viel Sorgfalt am Feuer grilliert, schmeckt das ganz gut. Dazu weisser Reis, Salat und Salzkartoffeln.

Dieser Arbeiter lebt mit seiner Frau und mit seinen drei Kindern etwas oberhalb vom Dorf Simiatug. Seine Frau arbeitet im Nähatelier und hilft mir meistens beim schwierigen Einfädeln der Industrie-Nähmaschinen, um Vorhänge zu nähen.

Die Osterwoche ist sehr intensiv und auch sehr unterschiedlich zu unseren Feierlichkeiten. Am Karfreitag gibt es am Nachmittag einen Kreuzweg durchs Dorf, wobei der Priester ein grosses Kreuz trägt.

Abends findet dann eine grosse Prozession durchs ganze Dorf mit Musik und den Heiligen statt, die Jesus bis ans Kreuz begleitet haben und dem Leichnam Jesu, der vorher in einen rundherum mit Kerzen beleuchteten Sarg gelegt wird.

Den ganzen Abend hat es geregnet, während der Messe hört es jedoch auf und so geht’s durch Schlamm und Nässe rund ums Dorf. So sei es meist, lass ich mir sagen. Die Prozession finde fast wie durch ein Wunder, immer statt.

Palmsonntag

erleben wir einen eindrucksvollen Palmsonntag, mit Prozession. Eine Jesusfigur reitet auf einer Eselin durchs Dorf.

Die Osterwoche ist sehr intensiv und auch sehr unterschiedlich zu unseren Feierlichkeiten. Am Karfreitag gibt es am Nachmittag einen Kreuzweg durchs Dorf, wobei der Priester ein grosses Kreuz trägt.

Abends findet dann eine grosse Prozession durchs ganze Dorf mit Musik und den Heiligen statt, die Jesus bis ans Kreuz begleitet haben und dem Leichnam Jesu, der vorher in einen rundherum mit Kerzen beleuchteten Sarg gelegt wird.

Den ganzen Abend hat es geregnet, während der Messe hört es jedoch auf und so geht’s durch Schlamm und Nässe rund ums Dorf. So sei es meist, lass ich mir sagen. Die Prozession finde fast wie durch ein Wunder, immer statt.

Ostersonntag 24.April 2011

Wir laden die Padres, die Schwestern und die Voluntärinnen zu einem Osteressen ein. Bei den Vorbereitungen erwähnt Eddy, dass wir dann noch besseren Wein besorgen sollten. Ich frage, wozu denn? Für’s Fest! Welches Fest? Und merke dann, dass ich ja zugleich auch noch meinen 55. Geburtstag feiern darf.

Es gibt Fondue Chinoise, für die meisten nicht bekannt!

In dieser Woche lerne ich die Frau von Rodrigo, die ein kleines Restaurant besitzt, Konfitüre machen. Dann wird noch ein grosses Zimmer im Pfarrhaus ausgemistet und geputzt. Auch möchte ich noch in zwei, drei Gemeinden fahren, um Kleider zu verteilen.

In den letzten Tage ist es nun viel wärmer geworden, die Strassen sind wieder fast ganz trocken. Die Sonne scheint ziemlich intensiv, weil es jetzt recht viel windet. Schon wird viel Staub aufgewirbelt, da ja die Strassen nicht geteert sind. Im Sommer ist es dann oft sehr trocken und im August und September sehr, sehr windig, manchmal gibt es fast orkanähnliche Stürme, erklärt man uns.

Zum Schluss geht’s noch in die Bäckerei, um endlich mein Rezept für gutes Brot auszuprobieren, das uns nach vielen Versuchen wohl am besten schmeckt. Das Mädchen in der Bäckerei ist hocherfreut über das Resultat aus seinem Backofen und wird nun für die Padres richtiges Brot backen. Auch soll Padre Arnold aus der Schweiz mit diesem Brot überrascht werden.

Mittwoch, 4.Mai 2011

morgens um 4.00 Uhr fährt Eddy mit Padres Sandro, Rodrigo und drei Arbeitern noch einmal nach Crucita ans Meer, 10 Stunden Fahrt. Sie wollen mit Türen und Fenster hinfahren, damit es in der Schreinerei wieder Platz gibt. Padre Sandro hat dort mit dem Bau eines Gruppenhauses angefangen, um ab und zu mit einer Klasse ans Meer zu fahren.

Am Freitag kommen sie wieder zurück, um am Samstag an der Abstimmung teilzunehmen. Wer nicht abstimmt, muss Strafe bezahlen. Auch wird mit dem Ausweis, oder dem Pass meist auch der Abstimmungsausweis verlangt, um die Bürger zu kontrollieren.

Sonntag, 8.Mai 2011

Die Schwestern laden uns zu einem feinen Nachtessen, mit typischen ecuadorianischen Speisen ein, um uns zu verabschieden und uns zu beteuern, dass sie uns sehr vermissen werden.

Montag, 9.Mai 2011

Abschiedsessen mit allen Arbeitern im Hostal, Cuy mit Kartoffeln und feiner Erdnusssauce. Anschliessend Tanz!

Dienstag 10. Mai 2011

Am Morgen herrscht Packstress. Eddy will seine Hemden, Pullover und Jeans an die Arbeiter verteilen, kehrt jedoch zurück, um mich zu holen, weil sie wollen, dass ich das mache, damit es keinen Streit gibt.

Eigentlich haben wir uns schon zweimal von ihnen verabschiedet. Sie warten jedoch am Mittag vor der Schreinerei nochmals auf uns, um sich ein letztes Mal von uns zu verabschieden.

Padre Sandro ist ebenfalls da. Mit Tränen in den Augen gibt er uns den Segen und umarmt uns. Schweren Herzens verlassen wir Simiatug, sind uns doch recht viele Menschen sehr ans Herz gewachsen und ihre Sorgen und Nöte begleiten uns.

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