2012 in review

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

Das London Olympic Stadium ist 53 Meter hoch. Dieser Blog hatte 2012 über 530 Besucher. Entspräche jeder Besucher einem Meter, wäre dieser Blog 10 mal größer als das Olympic Stadium – nicht schlecht.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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April – Mai

Samstag, 10. April 2011

Seit Saskia und Sabrina uns verlassen haben, ist das Wetter scheusslich, ständig regnet es und die Strassen sind in schrecklichem Zustand. Die Gruppe Lehrer, die alle zwei Wochen von Quito her nach Simiátug kommen, um Kurse zu geben, sind mit ihrem Bus vom Pass herunter zweieinhalb Stunden unterwegs. Normal braucht man eine gute halbe Stunde.

Eddy fängt nun auch noch an Fahrstunden zu geben. Einer der Arbeiter von Padre Sandro möchte gerne Auto fahren lernen. So kann Padre Sandro mit der Zeit ein bisschen entlastet werden.

Mittwoch, 13. April 2011

Und ich, alle zwei Wochen bin ich wieder am Konfitüre machen, um die leeren Gläser wieder aufzufüllen. Padre Sandro hat heute gesagt, als er mich beim Früchte rüsten sah: „Deine Konfitüre schmeckt uns so gut, heute morgen haben wir wieder zwei Gläser leer gegessen.“Und jedes Mal bedankt er sich.

Natürlich variieren wir mit den Früchten, die Auswahl hier auf dem Markt ist ziemlich gross:

Ananas, Reinclaude gelb und rot, Erdbeeren, Papaya, Guayabana, Babaco, Brombeeren, Mango, Granadilla, Orangen, Naranjilla, Baumtomaten, 4 verschiedene Sorten von Bananen, usw.

Jeden Mittwoch kaufen wir auf den Markt für ungefähr 10 Dollar Früchte und Gemüse ein. Anschliessend schaffen wir es zu zweit knapp, alles nach Hause zu schleppen. Das reicht dann für 6 Personen, eine Woche lang. Jeden Mittag bereiten wir einen frischen Fruchtsaft, eine gute Gemüsesuppe und nach dem Hauptgang ein Früchtedessert.

Samstag, 16.April 2011

Einer der Arbeiter von Padre Sandro lädt uns zum Cuyessen (Meerschweinchen) ein.Mit viel Sorgfalt am Feuer grilliert, schmeckt das ganz gut. Dazu weisser Reis, Salat und Salzkartoffeln.

Dieser Arbeiter lebt mit seiner Frau und mit seinen drei Kindern etwas oberhalb vom Dorf Simiatug. Seine Frau arbeitet im Nähatelier und hilft mir meistens beim schwierigen Einfädeln der Industrie-Nähmaschinen, um Vorhänge zu nähen.

Die Osterwoche ist sehr intensiv und auch sehr unterschiedlich zu unseren Feierlichkeiten. Am Karfreitag gibt es am Nachmittag einen Kreuzweg durchs Dorf, wobei der Priester ein grosses Kreuz trägt.

Abends findet dann eine grosse Prozession durchs ganze Dorf mit Musik und den Heiligen statt, die Jesus bis ans Kreuz begleitet haben und dem Leichnam Jesu, der vorher in einen rundherum mit Kerzen beleuchteten Sarg gelegt wird.

Den ganzen Abend hat es geregnet, während der Messe hört es jedoch auf und so geht’s durch Schlamm und Nässe rund ums Dorf. So sei es meist, lass ich mir sagen. Die Prozession finde fast wie durch ein Wunder, immer statt.

Palmsonntag

erleben wir einen eindrucksvollen Palmsonntag, mit Prozession. Eine Jesusfigur reitet auf einer Eselin durchs Dorf.

Die Osterwoche ist sehr intensiv und auch sehr unterschiedlich zu unseren Feierlichkeiten. Am Karfreitag gibt es am Nachmittag einen Kreuzweg durchs Dorf, wobei der Priester ein grosses Kreuz trägt.

Abends findet dann eine grosse Prozession durchs ganze Dorf mit Musik und den Heiligen statt, die Jesus bis ans Kreuz begleitet haben und dem Leichnam Jesu, der vorher in einen rundherum mit Kerzen beleuchteten Sarg gelegt wird.

Den ganzen Abend hat es geregnet, während der Messe hört es jedoch auf und so geht’s durch Schlamm und Nässe rund ums Dorf. So sei es meist, lass ich mir sagen. Die Prozession finde fast wie durch ein Wunder, immer statt.

Ostersonntag 24.April 2011

Wir laden die Padres, die Schwestern und die Voluntärinnen zu einem Osteressen ein. Bei den Vorbereitungen erwähnt Eddy, dass wir dann noch besseren Wein besorgen sollten. Ich frage, wozu denn? Für’s Fest! Welches Fest? Und merke dann, dass ich ja zugleich auch noch meinen 55. Geburtstag feiern darf.

Es gibt Fondue Chinoise, für die meisten nicht bekannt!

In dieser Woche lerne ich die Frau von Rodrigo, die ein kleines Restaurant besitzt, Konfitüre machen. Dann wird noch ein grosses Zimmer im Pfarrhaus ausgemistet und geputzt. Auch möchte ich noch in zwei, drei Gemeinden fahren, um Kleider zu verteilen.

In den letzten Tage ist es nun viel wärmer geworden, die Strassen sind wieder fast ganz trocken. Die Sonne scheint ziemlich intensiv, weil es jetzt recht viel windet. Schon wird viel Staub aufgewirbelt, da ja die Strassen nicht geteert sind. Im Sommer ist es dann oft sehr trocken und im August und September sehr, sehr windig, manchmal gibt es fast orkanähnliche Stürme, erklärt man uns.

Zum Schluss geht’s noch in die Bäckerei, um endlich mein Rezept für gutes Brot auszuprobieren, das uns nach vielen Versuchen wohl am besten schmeckt. Das Mädchen in der Bäckerei ist hocherfreut über das Resultat aus seinem Backofen und wird nun für die Padres richtiges Brot backen. Auch soll Padre Arnold aus der Schweiz mit diesem Brot überrascht werden.

Mittwoch, 4.Mai 2011

morgens um 4.00 Uhr fährt Eddy mit Padres Sandro, Rodrigo und drei Arbeitern noch einmal nach Crucita ans Meer, 10 Stunden Fahrt. Sie wollen mit Türen und Fenster hinfahren, damit es in der Schreinerei wieder Platz gibt. Padre Sandro hat dort mit dem Bau eines Gruppenhauses angefangen, um ab und zu mit einer Klasse ans Meer zu fahren.

Am Freitag kommen sie wieder zurück, um am Samstag an der Abstimmung teilzunehmen. Wer nicht abstimmt, muss Strafe bezahlen. Auch wird mit dem Ausweis, oder dem Pass meist auch der Abstimmungsausweis verlangt, um die Bürger zu kontrollieren.

Sonntag, 8.Mai 2011

Die Schwestern laden uns zu einem feinen Nachtessen, mit typischen ecuadorianischen Speisen ein, um uns zu verabschieden und uns zu beteuern, dass sie uns sehr vermissen werden.

Montag, 9.Mai 2011

Abschiedsessen mit allen Arbeitern im Hostal, Cuy mit Kartoffeln und feiner Erdnusssauce. Anschliessend Tanz!

Dienstag 10. Mai 2011

Am Morgen herrscht Packstress. Eddy will seine Hemden, Pullover und Jeans an die Arbeiter verteilen, kehrt jedoch zurück, um mich zu holen, weil sie wollen, dass ich das mache, damit es keinen Streit gibt.

Eigentlich haben wir uns schon zweimal von ihnen verabschiedet. Sie warten jedoch am Mittag vor der Schreinerei nochmals auf uns, um sich ein letztes Mal von uns zu verabschieden.

Padre Sandro ist ebenfalls da. Mit Tränen in den Augen gibt er uns den Segen und umarmt uns. Schweren Herzens verlassen wir Simiatug, sind uns doch recht viele Menschen sehr ans Herz gewachsen und ihre Sorgen und Nöte begleiten uns.

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Abschiedsfest in Simiátug

Tanz beim Abschiedsfest in Simiátug

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Vreny ein Jahr älter

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Kindergarten Santo Domingo

Auf dem nachstehenden Bild sieht man die Anfangsarbeiten beim Bau des Kindergartens in Santo Domingo. Wir haben uns entschieden, diesen Kindergarten zu finanzieren – dies dank der Hilfe vieler grosszügiger Spender.  Inzwischen sind die Arbeiten etwas weiter vorangeschritten.Beginn der Arbeiten für den Kindergarten in Santo Domingo

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Kind wartet auf die Fertigstellung der Duschen

PauseHier in Tallagua werden Duschen für die Kindergärtner und die Schulkinder gebaut. Dieser Junge wartet sehnsüchtig darauf, sich duschen zu können.

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März – April 2011

Spenden

Samstag, den 5.März 2011

ruft mich Padre Sandro an, um mit ihm Eddy zu besuchen, der eine Stunde von Simiátug entfernt, am Kirchendach arbeitet. Er will mir eine Freude machen und will mir zeigen, was Eddy so macht. So fahren wir nach Talagua, überraschen die Arbeiter und organisieren auch ihr Mittagessen. Dann fahren wir zurück, ich bereite das Mittagessen. Am Nachmittag geht’s nach Quialo, wo dann auch Eddy zu uns stossen soll, um an einer Hochzeit teilzunehmen.

Alles ist ganz einfach, nur das Brautpaar ist ein bisschen hübscher angezogen. Als wir mit dem Fotoaparat auftauchen und fragen, ob wir ein paar Fotos machen dürfen, sind sie sehr erfreut. Die Grossmuttter bittet jedoch um einen kleinen Moment, weil sie sich zuerst kämmen möchte. Dem Brautpaar wird während der Trauung ein schöner Umhang umgelegt, und zu guter Letzt wird dann noch ihr 1-2 jähriges Kind getauft. Die Braut ist 19 Jahre alt. Danach gehts dann nach Hause, gefestet wird glaub‘ ich nicht gross. Wenn die Padres ausrücken um eine Hochzeitsmesse zu halten, wird meist auch noch getauft, manchmal auch zwei Kinder dieser Paare und meist ist das Brautpaar unter 20 Jahren.

Hochzeit

Padre Sandro ist sehr glücklich, Eddy um sich zu haben. Wenn wir irgendwo unterwegs sind, lässt er immer Eddy fahren, klopft ihm auf den Arm und ist glücklich über seine Hilfe. Eddy kann ihm sehr viel Arbeit abnehmen und immer wieder erzählt er mir dann voll Freude, was Eddy heute wieder alles macht. Er ist wirklich sehr froh um unsere Hilfe und bedankt sich immer wieder.

Eddy ist viel unterwegs, mit den Arbeitern, mit Material und mit Rodrigo, um einzukaufen, oder auch mal mit Cornelia um grössere Besorgungen zu machen. An solchen Tagen merke ich dann, dass Padre Sandro dann zu streng hat, weil Eddy nicht da ist.

Mittwoch 16. März 2011

Sabrina, Saskia und Padre Sandro

Padre Sandro und Cornelia haben Geburtstag. Padre Sandro wird 73 Jahre alt und Cornelia aus Luzern, die schon 25 Jahre hier lebt wird 57 Jahre alt. Wir schenken Padre Sandro einen Gas-Kochherd mit Backofen, da er nur ein Rechaud mit vier Platten hat und das auch schon halb zerfällt. Für sich selber schaut er viel zu wenig, Hauptsache er kann den Kindern helfen. Am ersten Samstag, nachdem der Ofen installiert ist, will ich den Backofen ausprobieren und backe einen wirklich schönen Zopf. Padre Sandro freut sich wie ein kleines Kind und kann es kaum erwarten ihn anzuschneiden. Am Sonntag Morgen dann nach der Messe lädt er uns zu einem Kaffee ein, um uns auch noch ein wenig Zopf zu offerieren.

Was uns hier am meisten fehlt, ist unser gutes knuspriges Brot, manchmal ist unser Appetit am Morgen nicht sehr gross. Deshalb backe ich nun oft selber Brot, aber das Mehl ist auch anders als zu Hause, also keine leichte Aufgabe!

Donnerstag, 24. März 2011

Schon seit einigen Tagen freuen wir uns auf den Besuch unserer älteren Tochter Saskia und ihrer Freundin Sabrina. So fahren wir am Donnerstag Nachmittag nach Quito um die beiden um Mitternacht am Flughafen abzuholen. Wir verbringen zwei schöne Tage in Quito, fahren dann am Sonntag zum Kratersee von Quilotoa und gegen Abend nach Simiatug.

Am Montag begleiten die beiden zuerst mich in die Schule, um meine Klasse kennen zu lernen, dann treffen sie Eddy und machen mit ihm einen Materialtransport nach Talagua und Tahuato, wo an Kindergärten gebaut wird. Am Nachmittag versuchen die beiden ein Teleskop zusammen zu stellen, das Padre Sandro geschenkt bekam. Noch am gleichen Abend geht es auf Sternjagd und Padre Sandro ist hocherfreut über die Hilfe der beiden. Leider müssen wir dann feststellen, dass das grosse Gerät gar nicht so viel wert ist und ausser dem Mond nicht viel erkennen kann.

Santo Domingo - Kleider für die Schulkinder

Am Dienstag fangen Saskia und Sabrina schon an mit Kleider sortieren. Der Pater hat ein Zimmer voll von Trainern, die er von Schwestern in Quito nähen liess. Die beiden machen alles bereit, damit wir am andern Tag in die Gemeinden fahren können. Jeden Tag besuchen wir nun mindestens zwei Schulen mit etwa hundert Schülern und verteilen Trainingsanzüge.

Die ganz Kleinen bekommen Sachen, die Saskia und Sabrina aus der Schweiz mitgebracht haben, wie zum Beispiel: Unterwäsche, Strümpfe, T-Shirts, Strumpfhosen usw. Das sind recht anstrengende Tage, jedoch macht die Freude in den Augen der Kinder alles wett und unsere beiden Besucher sind ebenfalls glücklich um diese Erfahrung.

Ende der Woche, am Samstag, 5. April 2011

verabschieden sich die beiden von Padre Sandro und Padre Jose-Louis. Sie werden ganz herzlich umarmt und mit Gottes Segen und Tränen in den Augen entlassen.

Artesania für den Verkauf in der Schweiz

Wir fahren nun nach Baños und geniessen dort die Vulkanquellen mit ca. 50 Grad Wärme. Auch lassen wir drei Frauen uns für je 3.50 $ die Haare waschen und schneiden. Am Montag geht’s dann auf in den Urwald, nach Tena. Die Temperaturunterschiede sind unglaublich, von 10 Grad bis auf 30 Grad. Am Dienstag Abend erreichen wir Quito, um am Mittwoch noch Zeit zu haben für den grossen Indigenas-Markt.

Am Donnerstag Nachmittag verlassen uns die beiden, wir begleiten sie auf den Flughafen.

und müssen dann schauen, dass wir auf schnellstem Weg die Stadt verlassen können, ab 16.00 Uhr dürfen wir nämlich nicht mehr fahren, da am Donnerstag alle Autos mit Endzahl 7 und 8 morgens und abends nicht gebraucht werden dürfen, um den Verkehr zu entlasten. Montag 1 und 2, Dienstag 3 und 4, Mittwoch 5 und 6, Freitag 9 und 0.

Auf dem Heimweg reden wir nicht viel, das Heimweh nimmt uns doch ein wenig mit und auch die Sorge, dass die beiden gut nach Hause kommen. Auf 4000 m Höhe auf dem Pass nach Simiatug schrecken wir jedoch auf, welch überwältigendes Bild, wir sehen über die Berge von Simiátag hinaus in die Ebene und können mehrere Städte (in der Costa) erkennen, alles ist ganz offen und sternenklar. Fast haben wir das Gefühl auf dem falschen Weg zu sein, zum ersten Mal sehen wir diese Gegend ohne Nebel. Leider wollte unser Fotoapparat das nicht festhalten.

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